Ergotherapie in der Kinder- und Jugendmedizin

In ihrer Entwicklung vom Säugling zum Erwachsenen durchlaufen Menschen eine Vielzahl von motorischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklungsschritten, die in einem engen Beziehungsgeflecht zueinander stehen. Kein Kind ist wie das andere, die Herausbildung komplexer Funktionen läuft auch nicht nach einem starren Fahrplan ab.
Dennoch brauchen Säuglinge, Kinder und Jugendliche, die in ihrer geistigen oder körperlichen Entwicklung auffällig oder verzögert sind, kompetente Hilfe. Viele beunruhigte Eltern bekommen oft noch zu hören: "Das wächst sich aus!", wenn Kinder beispielsweise stark verzögert laufen lernen oder sich mit den Buchstaben beim Schreibenlernen gar zu schwer tun.
Die moderne Kinder- und Jugendmedizin hat aber gezeigt, dass einerseits spezifische Entwicklungsfenster für den Erwerb einzelner Teilleistungen bestehen und dass andererseits durch gezielte, fachlich kompetente Förderung Defizite schnell ausgeglichen werden können.

Vor der Therapie steht die differenzierte und störungsangepasste Diagnostik. Oft nehmen Kinder und Jugendliche ihre Probleme auf eine besondere Weise wahr oder sind durch das Verhalten der Umwelt bereits stigmatisiert und traumatisiert. Entsprechend einfühlsam und behutsam hat die Befunderhebung (Anamnese) abzulaufen. Auch das Gespräch mit Eltern oder anderen Bezugspersonen spielt eine wichtige Rolle, verfügen diese doch in der Regel über detaillierte Informationen und eigene Sichtweisen die jungen Patienten betreffend. Auch das weitere Umfeld der Kinder (Schule, Kindergarten, Verein) kann in die Diagnostik mit einbezogen werden. Unsere Therapiepläne werden stets in Absprache mit den Eltern erstellt.

In unserer Praxis behandeln wir Kinder und Jugendliche mit

  • Lernproblemen, beeinträchtigter Konzentration, Aufmerksamkeit und Lernausdauer
  • motorischen Problemen, Problemen der Bewegungsabläufe und der Handlungsplanung
  • sensorischen Defiziten aller Art, beispielsweise gestörter Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinneseindrücken
  • Störungen der Fein- und Grobmotorik, die oft bereits im Kindergarten (Malen), spätestens aber in der Schule beim Schriftspracherwerb zu Auffälligkeiten führen
  • Verhaltensauffälligkeiten wie Angststörungen, gesteigerter Aggressivität, verringertem Antrieb, Hyperaktivität/ ADHS

Ergotherapeutische Behandlung verhilft betroffenen Kindern zu größerer Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit im Alltag, verbessert Motorik, Koordination und Wahrnehmung und stärkt die so wichtigen affektiven, emotionalen und motivationalen Ressourcen und Fähigkeiten. Die Kinder sollen sich selbst bewusster wahrnehmen, um erlernte Strategien besser anwenden zu können und sie sollen eine angemessene und altersentsprechende Frustrationstoleranz entwickeln.