Ergotherapie in der Handchirurgie

Die menschliche Hand ist ein echtes Wunderwerk. Nicht weniger als 27 Knochen (rund ein Viertel der Anzahl, über die wir insgesamt verfügen) werden durch 33 Muskeln, meist im Unterarm gelegen, bewegt. Ohne die komplexen Funktionen dieses Wunderwerks, allen voran das nur dem Menschen und den Primaten eigene Greifen mit Fingern und dem ihnen entgegengestellten Daumen, wäre die Entwicklung menschlicher Zivilisation undenkbar gewesen. In der Tat erfassen wir unsere Umwelt zu einem nicht unerheblichen Teil über unsere Hände, wir "begreifen" sie im Wortsinn. Rund 30 Millionen Mal beugen und stecken sich im Lauf eines Menschenlebens die Finger einer Hand!
Wie sehr wir auf unsere Hände angewiesen sind, merken wir vor allem dann, wenn durch einen Unfall oder eine Erkrankung die vielfältigen Funktionen der Hände eingeschränkt oder ganz stillgelegt sind. Das beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich, hat immense physische und psychische Auswirkungen und verwehrt den Betroffenen das volle Maß an sozialer Teilhabe.

Unser Ziel ist die Wiederherstellung und Erhaltung aller motorischen und sensiblen Funktionen der Hand in möglichst funktionalen Kontexten: im Alltag, im Beruf und in der Freizeit. Dazu gehören im Einzelnen die Mobilisierung von Gelenken und Weichteilen, auch um bei längerer Immobilisation Versteifungen entgegenzuwirken und der Muskelaufbau. Kraft und Sensibilität sollen gefördert, die Handgeschicklichkeit wiedergewonnen werden. Weitere wichtige Ziele sind die Förderung von Wundheilung, die Pflege und Mobilisation von Narbengewebe und die Linderung von Schmerzen. Natürlich leiten wir zu Eigenübungen für zu Hause oder unterwegs an und beraten über mögliche weitere Maßnahmen. Dabei arbeiten wir in enger Absprache mit den betreuenden und behandelnden Ärzten.

Wir behandeln die Hand betreffenden Krankheitsbilder, wie:

  • Knochen-, Sehnen- und Weichteilverletzungen und –erkrankungen von Hand und Unterarm
  • Therapie bzw. Nachsorge nach handchirurgischen Eingriffen, Amputationen und Nervenläsionen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Arthrose und rheumatische Erkrankungen von Fingern und Hand; Morbus Sudeck
  • Epicondylitis des Ellenbogens (sog. Tennis- bzw. Golferarm)